[Rezensionsexemplar]

Jeder von uns hat irgendwelche Leiden, manche davon sogar so intensiv, dass die Schmerzen mittlerweile chronisch sind. Ein langer Weg von Arzt zu Arzt liegt vielleicht hinter dir und letztendlich hat nie wirklich etwas geholfen aber die neuesten Entwicklungen in der Medizin geben Hoffnung.

Faszien heißt das Zauberwort

Faszien waren lange ein vergessenes Körpergewebe, etwas, das Medizinstudenten im Anatomiekurs als unnützes „weißes Zeug“ zur Seite schoben, um an die interessanteren darunterliegenden Strukturen wie Muskeln und Knochen zu gelangen. Diese Geringschätzung der Faszien entspringt einem mangelnden Verständnis für die Eigenarten dieses Gewebes, das oft weit weniger homogen und strukturiert in Erscheinung tritt als einfacher zu identifizierende Strukturen wie Muskeln oder Organe.

Hinzu kommt, dass uns erst seit Kurzem die Mittel zur Verfügung stehen, um Faszien wissenschaftlich zu erfassen und zu messen. 

Quelle: Endlich frei von Schmerzen, riva Verlag

Die Autorin Amanda Oswald musste am eigenen Körper feststellen, welche Schmerzen verursacht werden können um von diesen so dermaßen in die Knie gezwungen zu werden, dass sie sogar einen operativen Eingriff über sich ergehen ließ. Eine Bandscheiben-OP ist weit verbreitet, nur die darauffolgenden „Nebenwirkungen“ nicht. Der Schmerz bleibt oftmals, auch wenn er eine andere Intensität hat. Nach dem Amanda Oswald ihren alten Job nicht mehr ausführen konnte, machte sie eine neue Ausbildung zur Sport- und Massagetherapeutin mit dem Erfolg über den Begriff Faszien zu stoßen. Etwas, das wie oben bereits erwähnt, lange Zeit stiefmütterlich behandelt wurde. Nach dem Amanda Oswald sich viel Wissen aneignete und in ihrer Praxis in London eine Vielzahl an Menschen mit chronischen Schmerzen behandelt hatte, entstand die Idee ihr Wissen in diesem Buch zu teilen um so viele Menschen wie möglich zu erreichen, damit dieses – doch noch recht unbekannte Gebiet – möglichst vielen Menschen zugänglich wird.

Auch in diesem Buch wird über die ganzheitliche Betrachtung des Körpers gesprochen und, dass dies in der Medizin viel zu oft außer Acht gelassen wird. In einer zukünftigen Rezension zu Ayurveda werde ich noch berichten, wie ich auf diese Thematik erstmals gestoßen bin. Aus eigenen Erfahrungen haben mein Mann und ich selbst zu spüren bekommen wie weit die Unterschiede zwischen der medizinischen Forschung & deren Ergebnisse sowie der Umsetzung in den Medizinstudiums und der Verbreitung der Informationen vor Ort in den Praxen und Kliniken ist. Wenn man also nicht gerade „Glück“ hat und an einen Dr. gerät, der sich viel selbst weiterbildet und engagiert an der Sache ist, bleibt einen oftmals nicht übrig als einen Marathon an Ärzten zu starten. Meine persönliche Meinung ist mittlerweile, dass viele Halbgötter in weis nach wie vor zimperlich reagieren, wenn man als Patient eigene Vorschläge unterbreitet. Ein gewisses Maß der Offenheit und des aufeinander Zugehens würde ich mir hier wünschen aber das ist, wie erwähnt, meine persönliche Meinung aufgrund der Erfahrungen der letzten 7 Jahre.

Myofascial Release Therapie & Chronische Schmerzen

Myofascial Release ist eine sanfte manuelle Behandlungsmethode, mit der sich zuverlässig Ergebnisse bei der Behandlung schwer therapierbarer chronischer Schmerzkrankheiten erzielen lassen, bei denen andere Techniken nicht anschlagen.

Quelle: Endlich frei von Schmerzen

Dieser Begriff wird gerade im Elitesport oft eingebracht, mittlerweile erkennen aber immer mehr chronisch Kranke, dass diese Therapie auch ihnen helfen kann. Gerade wer viel Stress, eine Operation hinter sich oder immer wieder dieselben Bewegungen (z.B. im Bürojob) hat kann irgendwann unter Schmerzen leiden. In diesem Buch wird sowohl für Betroffene als auch für Außenstehende einfach erklärt, wie die Faszien im Körper funktionieren, wie chronische Schmerzen und Schmerzen im Allgemeinen entstehen und welche Übungen man anwenden kann um hier eine Abhilfe zu schaffen.

Übrigens ist ein Schmerz dann chronisch, wenn dieser länger als drei Monate anhält. Ich war überrascht, dachte ich immer, dass die Spanne weitaus länger wäre.

Ein Grund weshalb mich dieses Buch auch interessierte war, dass ich einen klassischen Bürojob habe in dem ich viel sitze. Zudem leide ich unter Migräne und Spannungskopfschmerzen seit ich denken kann, auch hier merke ich oft einen Zusammenhang mit dem vielen sitzen. Im Buch wird gut erklärt, was chronische Schmerzen sind und wie diese entstehen, ein großer Punkt ist hier tatsächlich, dass wir alle viel zu viel sitzen.

Amanda Oswald erklärt nur zu gut wie die Unterschiede der Ärzte sein können, ganz gleich, ob Hausarzt, Facharzt oder Spezialist. Sobald einer in seinem vermeidlichen Fachgebiet an seine Grenzen stößt wird nicht nach links oder rechts geschaut, man wird abgestempelt und weitergereicht. Auch sie geht in ihrem Buch darauf ein, dass die Schulmedizin durchaus wichtig ist aber nach wie vor die Mediziner den Blick auf das Ganze verloren haben. Die ganzheitliche Medizin wird und wurde stiefmütterlich behandelt und erst jetzt in den letzten Jahren kommen durch diverse Studien und Forschungen immer mehr Ergebnisse ans Licht, dass die ganzheitliche Medizin durchaus auch ihre Wichtigkeit hat.

Hilfe zur Selbsthilfe

Der zweite große Baustein des Buches beinhaltet eine Vielzahl an Übungen an den Fasizien die man  selbst durchführen kann. Es handelt sich hierbei unter anderem um Dehnungen aber auch intensive punktuelle Behandlung durch Stellen. Hierfür kann man anfangs einen Tennisball nehmen, falls man es einmal testen will. Ich habe mittlerweile spezielle Faszienbälle besorgt, absichtlich auch zwei, den für Rückenübungen benötigt man zwei. Diese waren auch nicht teuer im Schnitt liegen die Preise unter 10 €.

Gerade die verschiedenen Dehnübungen lassen sich super in den Alltag einbauen und können so im Büro oder Zuhause ausgeführt werden. In der Regel sollte man sich aber 20-30 Minuten Zeit nehmen, vor allem, wenn man die Übungen mit den Faszienbällen macht.

Die Überschrift sagt es eigentlich schon sehr passend. Die Übungen dienen zur Hilfe für die Selbsthilfe, man muss also im ersten Stepp selbst etwas ändern wollen. Wie in vielen anderen Bereichen im Leben ist das also die wichtigste Erkenntnis die man haben sollte.

In diesem Sinne hoffe ich euch einen guten Einblick in das Buch geben zu können. Denkt immer daran, wer etwas an seiner jeweiligen Situation aktiv ändern möchte fährt immer gut sich viel zu informieren und auszuprobieren. Über den Tellerrand zu schauen hat noch keinem geschadet.

Für mich war das Buch auch ein Ansporn endlich mit dem Yoga anzufangen. Nicht nur wegen der Stressbewältigung, sondern auch um die Muskeln gerade im Rücken zu stärken. Und ich muss sagen, es war toll aber dazu demnächst mehr.


Bibliographische Angaben
Softcover, 256 Seiten
Erschienen: April 2019
Gewicht: 688 g
ISBN: 978-3-7423-0809-2

Hier kannst du es kaufen für 19,99 €.


Hast du zum Thema Faszien schon etwas gewusst? Arbeitest du aktiv daran deine Gesundheit zu verbessern oder zu erhalten?

Ich wünsche dir einen schönen Sonntag, ich werde jetzt erstmal eine Runde spazieren gehen,

Deine Eileen 

Dieser Beitrag ist in freundlicher Zusammenarbeit mit dem mvg Verlag/riva entstanden (Rezensionsexemplar), diese Buchrezension spiegelt meine eigene Meinung wider.

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10 Replies to “Endlich frei von Schmerzen | Faszientherapie”

  1. Sehr interessantes Buch. WIr haben zu Hause eine Faszienrolle, welche ich auch regelmässig benutze. Es tut zwar wirklich sehr weh, aber es hilft auf jeden Fall.

    Viele Grüße
    Natascha

  2. Hallo Eileen, danke dass du das Buch zum Faszientraining vorstellst, toll! Ich trainiere seit langem mit Bällen, das tut richtig gut, verklebte Faszien stelle ich mir immer als eingelaufenen Pulli vor, den ich auseinanderziehe. Habe gerade auf den Link geklickt und schaue es mir darauf hin an, ob es Inhalte hat, die mir neu sind – dann wird es sofort gekauft 🙂 Liebe Grüße Bettina

  3. Hallo,
    spannendes Thema! Beim Eishockey haben wir auch mit Faszienrollen trainiert, aber ich hielt es immer eher für Humbug (war auch mehr Larifari). Mittlerweile trainiere ich Crossfit und Olympisches Gewichtheben und Faszienrollen und Bälle und Übungen sind nicht mehr wegzudenken…
    Statt Tennisball funktioniert übrigens auch ein Lacrosse-Ball super. Etwas (teils auch wesentlich) billiger als Faszienbälle aber härter als ein Tennisball.

    Viele Grüße,
    Katharina (von http://www.windelnundworkouts.de)

    1. Hallo Katharina, danke für den Tipp mit dem Lacrosse Ball 🙂 Ich bin auch ganz froh, es ausprobiert zu haben, es hilft richtig gut. Viele Grüße

  4. Ich habe seit Weihnachten eine Faszienrolle und möchte sie nicht mehr missen. Ich habe schon das Gefühl, dass sich meine Verspannungen dadurch gelockert haben und ich beweglicher geworden bin. Und wenn nicht, fühle ich mich zumindest direkt nach meinen Übungen mit der Rolle wie nach einer Massage 🙂
    Dank der Faszienrolle habe ich mich mit dem Thema seither auch schon intensiver befasst: https://liwoba.blog/2018/11/22/faszien-ein-faszinierendes-netzwerk/
    LG Kerstin

    1. Hallo Kerstin, das hört sich toll an, schön das es dir auch geholfen hat. Ja mit einigen Sachen muss man sich einfach viel mehr auseinandersetzen um herauszufinden, dass sie einem sehr gut tun. Viele Grüße

  5. Ich habe mir vor knapp zwei Jahren auch eine Faszienrolle zugelegt, muss aber zugeben, dass ich sie nur anfangs benutzt habe und sie seit einiger Zeit unbenutzt in der Ecke steht! Ich glaube, ich sollte mich mit dem Thema doch mal wieder intensiver auseinander setzen! 🙂

    Liebe Grüße
    Jana

  6. Als Schmerztherapeutin arbeite ich schon lange mit der Faszientherapie. Ein Buch zur Selbsthilfe finde ich super, denn ohne dass der Betroffene auch selber „Rolle“ anlegt, wird er langfristig nicht schmerzfrei bleiben.
    Alles Liebe
    Annette

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