[selbst gekauft]

Manchmal denke ich mir: „Wozu hast du deinen Blog oder Instagram“ und dann denke ich zurück an den Anfang, weshalb ich eileens good vibes gegründet habe. Für mich stand klar, ich möchte einen Rückzugsraum, etwas das nur mir gehört, in das ich eintauchen kann, wenn die Welt da draußen wieder viel zu laut und zu stressig ist. Stress, davon hatte ich in den letzten Jahren so viel, er kann zermürbend sein und Spuren hinterlassen. Für mich war mein Blog also eine Art Zufluchtsort an dem ich mich mit den schönen Dingen beschäftigen kann um mich jeden Tag, bei jedem Blogbeitrag und bei jeder Idee zu einem Beitrag daran erinnern kann auf welche Werte ich Acht geben muss, damit es mir gut geht.

Ich bin gesund und dafür bin ich dankbar, denn ich weiß, dass dieses Privileg nicht viele haben. Natürlich habe auch ich mal einen schlechten Tag, einen Tiefschlag und etwas das mir nachgeht. Das ist normal, das ist menschlich. Aber es gibt auch Menschen denen es nicht gut geht, die unter einer psychischen Krankheit leiden und davon gibt es leider viel zu viele. Die am größten verteilte psychische Krankheit ist die Depression. Sie kann jeden treffen, ob man will oder nicht, dass ist nicht etwas das man sich aussucht. Was man sich aber aussuchen kann ist seine Meinung, denn viele denken dabei gleich an „kranke, geistesgestörte, Blaumacher oder das derjenige übertreibt“. Den wenigstens ist bewusst, dass es sich um eine ernstzunehmende Krankheit handelt. Eine Krankheit die jemanden in meinem Leben, in meinem Familienkreis vor vielen Jahren heimgesucht hat und sich ab und an immer wieder meldet.

Als ich also das Buch Psyche? Hat doch jeder! durch Zufall über Instagram gefunden hatte machte mich der Titel neugierig. Es ist geschrieben von einer Therapeutin, Lena Kuhlmann, die sich dafür einsetzt mit Vorurteilen gegen die psychischen Krankheiten, die Therapeuten, die Psychiatrien und allem anderen was dazugehört aufzuräumen. Auch spricht sie Themen an, bei denen viele wegsehen, weil es sie nicht betrifft, wie z.B. die Tatsache, dass man mehrere Monate auf einen Therapieplatz warten muss. Ein Zustand den man sich im 21. Jahrhundert in einem führenden Industrieland kaum vorstellen kann. Die Gesundheit wird als höchstes Gut verschrien, ja sogar durch das Grundgesetzt geschützt aber an solchen Punkten wird dann gespart, man muss warten oder selbst einen Therapeuten bezahlen um schneller Hilfe zu bekommen.

Ich möchte dir das Buch heute vorstellen, da ich mir ziemlich sicher bin, dass auch du das ein oder andere nicht wusstest oder vielleicht – was ziemlich häufig vorkommt – ebenfalls jemanden kennst aus deinem nahen oder erweiterten Umkreis, der ebenfalls an einer psychischen Krankheit leidet. Dieses Buch dient also nicht nur als Augenöffner, sondern auch als kleine Leitlinie um die einzelnen Verfahren, Punkte und Krankheiten zu verstehen aber es gibt auch wahnsinnig viel Input wie man helfen kann, wie man selbst auf sich achten kann um nicht zu erkranken und vor allem um mit der Stigmatisierung aufzuräumen.

Was ist Stigmatisierung?

Stigma kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Stich, Wundmal“. Die Stigmatisierung ist ein Prozess der Ausgrenzung. Auf den Bereich der psychischen Erkrankten kann man also sagen, dass diese über einen Kamm geschoren werden. Das ist leider sehr traurig.

Frau Kuhlmann hatte ein schönes Zitat relativ zu Beginn geschrieben:

Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen.
– Guy de Maupassant

Ist es zu viel verlangt ein wenig Rücksicht aufeinander zu nehmen, für einander da zu sein? Ich denke nicht aber leider sind viele Menschen in diesen Punkten doch sehr egoistisch.

Klappentext

Depressionen, Panikattacken, Essstörungen – psychische Erkrankungen sind uns längst allen ein Begriff. Doch wie entsteht eigentlich ein seelisches Ungleichgewicht? Was ist dann zu tun und was ist das überhaupt genau – diese Psyche? Psychotherapeutin und Bloggerin Lena Kuhlmann räumt auf charmante Art und Weise mit Vorurteilen über psychische Krankheiten auf und berichtet, wie es in psychiatrischen Einrichtungen heute wirklich aussieht. Neben praktischen Tipps, um die Psyche in Schuss zu
halten, gibt sie durch persönliche Anekdoten außerdem einen spannenden Einblick in ihre tägliche Arbeit: Psychotherapeuten können zwar keine Gedanken lesen, aber ihr Job besteht aus weit mehr, als nur auf einem gemütlichen Sessel zu sitzen und »Mhm« zu murmeln.

Folgt Lena Kuhlmann auf ihrer Reise durch die menschliche Psyche und schaut hinter die Kulissen ihres Therapeutinnenalltags!

Quelle: Psyche? Hat doch jeder!

Ich hoffe ich kann dich mit meinem heutigen Blogbeitrag ein wenig für das Thema sensibilisieren und durch das Buch von Frau Kuhlmann die Psyche und was dazu gehört näherbringen. In der Hoffnung, dass jeder etwas für sich mitnehmen kann und wenn es nur eine große Portion mehr Verständnis ist.

Persönliche Meinung

Zu Beginn spricht sie die Resilienz an, was nichts anderes als die seelische Widerstandskraft ist. Hier kann man viel als Angehöriger oder auch als Vorbeugung tun um in schwierigen Situationen einen ruhigen Kopf zu behalten und sich vieles nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen. In diesem Punkt bin ich meinem Arbeitgeber dankbar, dass wir ein gut ausgeprägtes Gesundheitsmanagement haben und hier immer wieder Kurse während der Arbeitszeit stattfinden die wir dann besuchen dürfen. So hatte ich vor zwei Jahren einen Kurs zur Resilienz besucht. Meine Resilienz stärke ich mittlerweile durch bewusste Achtsamkeit und Meditation, für diejenigen die sich dafür interessieren habe ich hier den Link zu meinem damaligen Beitrag verlinkt.

Frau Kuhlmann geht den psychischen Krankheiten auf die Spur und erklärt, dass diese oftmals durch ein Zusammenspiel zwischen biologischen, sozialen und psychischen Faktoren entstehen. Auch erklärt sie welche drei Therapieverfahren aktuell in Deutschland von den Krankenkassen übernommen werden, nämlich die Psychoanalyse, die Tiefenpsychologie und die Verhaltenstherapie. Der Umstand, dass gesetzlich Versicherte im Schnitt bis zu 19 Wochen auf einen Therapieplatz warten müssen finde ich sehr erschreckend.

Für diejenigen die  sich generell für die Psychologie interessieren sind die Ausführungen über die Entstehung der einzelnen Therapieformen sicherlich sehr interessant. So gab es zuerst die Psychoanalyse aus der später die Tiefenpsychologie entstand. Grundsätzlich werden bei diesen beiden Therapieansätzen die Vergangenheit bis zur Kindheit mit beleuchtet. Auch die Ausführungen zum Vater der Psychoanalyse, Sigmund Freud, fand ich faszinierend und teilweise auch verstörend. Vieles konnte heute widerlegt werden aber in vielen anderen Sachen ist Freud derjenige gewesen, der den Grundstein in den Therapieverfahren gelegt hat. Zum Einstieg werden die dazugehörigen Verfahren von Freud erklärt.

Sehr interessant fand ich danach die Aufzählungen zum Thema des Schutzschildes der Psyche. Wie wir etwas z.B. verleugnen oder auch was somatoforische Störungen sind. Das Migräne und Rückenschmerzen auch ein Indikator für eine psychische Belastungsstörung ist, kann ich zumindest im weitesten Sinne unterschreiben. Geht es mir mal nicht seelisch so gut merke ich das anhand genau dieser beiden Beispiele auch sehr. Wichtig ist aber diese Muster zu erkennen und zu durchbrechen. Wie gesagt, genau dafür finde ich das Buch von Frau Kuhlmann sehr hilfreich. Für seine Gesundheit und deren Erhalt sind wir selbst verantwortlich und man kann viel zur Vorbeugung leisten auf den verschiedensten Bereichen, wenn man bereit ist, sich damit zu beschäftigen und den Horizont zu erweitern.

Nach diesem größeren Exkurs wird noch die Verhaltenstherapie beleuchtet. Danach kam ein Kapitel das mit der ganzheitlichen Betrachtung zu tun hat, Körper und Psyche. Leider ist dieser doch so einfache Umstand bis heute in vielen Köpfen der Ärzte noch nicht zu finden. Jeder bleibt in seinem Gebiet und schaut nicht über den Tellerrand, doch das könnte bei vielen Erkrankungen oft hilfreich sein und vielen Patienten einen reinen Ärztemarathon ersparen. Trotzdem gibt Frau Kuhlmann wichtige Impulse, wann man einen Therapeuten vielleicht aufsuchen sollte und welche ersten Hinweise auch für Angehörige oder Mitmenschen wichtig zu erkennen sind. In diesem Zusammenhang erklärt sie dann auch ausführlich die Unterschiede der verschiedenen behandelnden Ärzte und Psychologen und Therapeuten. Für mich als Laie war es mal gut zu wissen, wer genau was macht und wer z.B. auch Medikamente ausstellen darf. Bei der doch großen Anzahl an unterschiedlichen Personen in diesem Gebiet ist diese kleine Aufklärung sehr hilfreich. Gerade für Mitmenschen die sich Hilfe suchen wollen, kann dieses Wissen sehr hilfreich sein um zu entscheiden zu wem man möchte. Ebenfalls gibt sie Insidertipps die hilfreich bei der Suche nach einem Therapieplatz sind. Auch hier wird oft nicht so viel darüber erzählt außer die Standartsachen: eine lange Liste abtelefonieren und sich auf Wartelisten setzen lassen. Und weil es dazugehört wird auch ein Überblick über die gängigen Medikamente geben und was diese genau bewirken.

Als letzter großer Teil wird dann auf die Person und den Therapeuten selbst eingegangen, wie wichtig es ist freiwillig sich in Therapie zu begeben, was einen erwarten kann und wie wichtig die Unterstützung der Angehörigen ist. Der beschriebene Alltag eines Therapeuten dient dazu auch ein wenig mehr Verständnis aufzubringen weshalb so oft nur die Anrufbeantworter rangehen, wenn man auf der Suche nach einem freien Therapieplatz ist. Die Psychologie selbst fand ich schon immer sehr spannend, deswegen waren die Erklärungen zum beruflichen Werdegang für mich ein schöner Einblick. Das ein oder andere erzählte ist kein Zuckerschlecken aber da möchte ich nicht vorgreifen, die Geschichten aus ihrer eigenen Ausbildung muss man einfach lesen.

Zum Schluss gibt es noch die geballte Power an Tipps: Yoga, Meditieren, Sonne, Achtsamkeit, Malen, Freundschaften pflegen, me time uvm. Einiges davon setze ich tatsächlich schon um, anderes möchte ich mir noch anschauen.

Mir ist meine Gesundheit wichtig, dir auch?

Bibliographische Angaben

Erscheinungsdatum 03.08.2018
Seiten 256
Format Klappenbroschur
ISBN 978-3-95910-150-9
Ladenpreis 16,95 €
Autorin Lena Kuhlmann


Ich hoffe ich konnte dich ein wenig mehr sensibilisieren für dieses wichtige Thema und hoffe, dass du auch ein wenig mitnehmen konntest.

Deine Eileen 

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7 Replies to “Psyche? Hat doch jeder! | Gegen Stigmatisierung”

  1. Hey Eileen,
    ein sehr guter Buchtipp den ich mir sofort aufgeschrieben habe!
    Man merkt dass dein Blog deine Wohlfühlecke ist. Mir gefällt er richtig gut 🙂
    Mach weiter so 🙂
    LG Lisa

  2. Ich habe die Psyche und alle Zusammenhänge schon immer sehr faszinierend gefunden. Deshalb habe ich auch Psychologie studiert und einige Zusatzausbildungen gemacht. Die Komplexität des Fachgebietes Psychologie erklärt auch warum dieses Studium in Österreich bis zum Master 10 Semester Mindeststudienzeit hat. Danke für die Buchvorstellung!

    lg
    Verena

  3. Psyche ein grosses Thema welches viele abschreckt und in Angst und Schrecken versetzt. Schön, thematisierst du wovor viele den Kopf wegdrehen. In meinem Umkreis sind psychische Erkrankungen an der Tagesordnung und es ist so wichtig, dieses Thema endlich offen anzusprechen.

  4. Jede Erkrankung hat auch eine psychische Komponente, das ist der Grund, warum ich integrative Medizin betreibe. Die integrative Medizin integriert alternative Medizin, Schulmedizin und Psychotherapie.
    Alles Liebe
    Annette

  5. Mit der Psyche ist es manchmal gar nicht so einfach. Ich kenne das leider auch und dann ist die Welt nicht so bunt und schön, wie ich sie gern hätte. Dieses Buch werde ich mir mal näher angucken! Danke fürs Vorstellen!

    Liebe Grüße
    Jana

  6. Das Thema Depressionen ist genauso wie Burnout ein oft belächeltes und von Außenstehenden schwer zu verstehendes Thema. Das macht es Betroffenen nicht leichter über dieses Thema zu sprechen und lässt sie sich weiter zurück ziehen. Wir sind zwar eine gebildete, weltoffene Gesellschaft, doch wenn eine*r Schwäche zeigt, werden oft zusätzliche Steine in den Weg gelegt.
    Traurig, dass man auf Therapieplätze lange warten muss, wenn man überhaupt auf die Warteliste kommt. Das ist auch bei anderen Fachärzten so und einfach unmöglich.
    Schön, dass die Autorin auch Tipps für die eigene Umsetzung und Verbesserung gibt, denn da muss jeder zuerst ansetzen.

    LG Manja

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