[Rezensionsexemplar]

Kennst du den Unterschied zwischen Selbstmitgefühl und Selbstwertgefühl? Ich bin ehrlich, ich kannte das Wort Selbstmitgefühl nicht. Es lief mir erst vor ein paar Wochen das erste Mal über den Weg und es machte mich stutzig, ich wollte wissen was dahintersteckt und in welchem Zusammenhang unsere Persönlichkeit damit zu tun hat.

Selbstmitgefühl ist die Ausweitung des Mitgefühls auf sich selbst in Fällen von wahrgenommener Unzulänglichkeit, Versagen oder allgemeinem Leiden.

Quelle: Psychologie Lexikon

Im Rahmen meines Blogs und meiner persönlichen Belangen, mich dem Stress entgegenzustellen habe ich in all den Monaten viel gelesen und mich informiert. Jeder hat seine Höhen und Tiefen und ganz gewiss ist das Leben nicht immer ein Zuckerschlecken! Für mich ist es schon immer einfacher gewesen mit etwas klar zu kommen, wenn ich weiß, wieso etwas so ist wie es ist. Ich glaube zwar an Karma und vielleicht auch an eine höhere Macht aber vieles kann man dennoch selbst beeinflussen, wenn man bereit ist seinen Horizont zu erweitern und sein Herz zu öffnen. Außerdem sind viele Dinge mittlerweile wissenschaftlich belegt, wie das Thema Schlaf über das ich neulich geschrieben habe.

Für mich persönlich ist das Thema Selbstmitgefühl in einigen Punkten sehr hilfreich. Als ich erfahren habe, dass es hierzu ein Buch gibt, wollte ich dieses natürlich gleich lesen. Ich bin gespannt, inwieweit es dir weiterhelfen kann und freue mich von dir zu hören!

Selbstmitgefühl | Kristin Neff

Der Klappentext machte mich zu Beginn sehr neugierig, so wie er geschrieben ist, dachte ich, ich hätte das perfekte Buch hierzu gefunden:

Unser unermüdliches Streben danach, in allen Bereichen überdurchschnittlich zu sein, schränkt uns eher ein, als dass es uns voranbringt. Denn wenn wir scheitern oder unseren eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden, kehrt sich Selbstbewusstsein rasch um in Selbstkritik. Und wir können uns anstrengen, wie wir wollen, es wird immer jemanden geben, der noch intelligenter, erfolgreicher oder attraktiver ist als wir. Was wirklich stärkt, ist Selbstmitgefühl. Kristin Neff erforscht seit vielen Jahren die Fähigkeit, sich selbst freundschaftlich und nachsichtig zu behandeln. Die Auswirkungen sind verblüffend: Selbstmitgefühl schützt vor Burn-out und Depressionen, stärkt die Gesundheit und fördert unsere Beziehungen. Es lässt uns unsere Ziele und Träume optimistischer in die Tat umsetzen. Wir entdecken einen Ort der Wärme und emotionalen Geborgenheit, an dem wir unsere inneren Reserven auffüllen können. Fundiert und einfühlsam untersucht die Autorin die Chancen, die uns Selbstmitgefühl bietet. Tests, Fallbeispiele und in der Praxis erprobte Übungen helfen uns, uns diese heilsame Lebenshaltung anzueignen. Wir schließen Freundschaft mit dem wichtigsten Menschen in unserem Leben: uns selbst.

Quelle: Selbstmitgefühl

Wenn du aufmerksam gelesen hast ist dir das kleine Wort „hätte“ oben aufgefallen. Den für mich persönlich hat das Buch selbst leider meiner persönlichen Vorstellung nicht ganz entsprochen.

Persönliches Feedback

Kristin Neff erzählt in Ihrem Buch wie ein kleiner roter Faden von ihrer eigenen Geschichte, wie es dazu kam, dass sie sich diesem Thema gewidmet hat und vor allem geht sie auf ihre private Situation hierzu ein. Aus der Not ist quasi eine Idee entstanden. So etwas finde ich toll und meistens kommen in solchen Ausnahmesituationen die besten Möglichkeiten zum Vorschein.

Ihr Sohn Rowan leidet unter Autismus. Im Buch geht sie auf den Weg ein, denn sie und ihr zweiter Ehemann in all den Jahren gegangen sind. Auch wird ihre Vorgeschichte erwähnt, denn sie war schon einmal verheiratet gewesen, doch diese Beziehung war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Wieso, weshalb, warum und welcher Zusammenhang mit dem Selbstmitgefühl besteht wird ebenfalls erklärt.

Mich persönlich störte diese Art allerdings, da ich nicht auf der Suche nach einer Biographie war, sondern mich mit dem Thema Selbstmitgefühl, den wissenschaftlichen Untersuchungen und Studien auseinandersetzen wollte.

Das ist natürlich meine eigene Meinung und die Geschmäcker sind verschieden. Positiv hervorheben kann ich allerdings, dass zum Ende eines jeden Kapitels Übungen hinterlegt sind um das Selbstmitgefühl und die damit verbunden anderen Pfade wie Achtsamkeit, Menschlichkeit und Selbstfreundlichkeit zu fördern bzw. zu erlernen. Einige Übungen fand ich sehr interessant, andere hingehen waren mir zu sehr nach Esoterik angehaucht. Ich meditiere gerne und mache Yoga und ich probiere gerne neues aus aber bei ein paar Übungen hatte mir generell die Motivation gefehlt, weil ich sie mich persönlich so gar nicht ansprachen. Das ist zwar schade aber man kann es nicht jedem Recht machen. Der Ansatz hinter den Übungen generell ist aber ein guter!

Ich habe das Buch innerhalb von einer Woche gelesen und muss dazu sagen, dass es mir nicht gelang es flüssig zu lesen. Es war mir streckenweise zu trocken. Diese Gefahr kann ein Buch über wissenschaftliche Daten bzw. Erklärungen über solche zum Teil auch psychologisch bedingten Gebieten haben, allerdings ist dieses Buch das Erste, dass bei mir so einen Eindruck erweckt.

Ich habe mir schlicht etwas anderes vorgestellt, als ich mir dieses Buch angesehen habe, die ersten Seiten der Leseprobe fand ich gut aber im Verlauf des Buches wollte der Funken einfach nicht überspringen. Natürlich hat man einiges „lernen“ können, aber der wirklich interessante Teil war für mich erst relativ weit hinten als es um die Achtsamkeit ging. Selbstfreundlichkeit und Menschlichkeit kenne ich in diesem Punkt schon. Vielleicht hatte es mich deshalb nicht so groß interessiert.

Für mich war es wichtig herauszufinden, wie ich Selbstmitgefühl in meinem Leben mehr integrieren kann um z.B. in stressigen Situationen ruhiger zu werden und mir nicht ständig einen Kopf über alles und jeden zu machen – erst recht nicht tagelang! Ich verfalle dann nämlich oft in das Muster zu denken ich wäre daran schuld, nur weil mir gegenüber jemand gerade abweisend ist. Dabei könnte derjenige einfach gerade selbst gestresst sein aber eben nicht von mir.

Mein abschließendes Fazit lautet daher, für jemanden der sich für dieses Thema interessiert und absolut keinerlei Vorkenntnisse dazu hat, ist es gut geeignet einen breiten Blick zu bekommen. Interessiert man sich dann noch für eine persönliche Note kann einem das Ganze schon eher gefallen.


Bibliographische Angaben
Aus dem Englischen von Gisela Kretzschmar
Originaltitel: Self-Compassion
Originalverlag: Harper Collins
Hardcover mit Schutzumschlag, 384 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-424-63055-8
Erschienen am 17. September 2012

Hier kannst du es für 19,99 € kaufen.


Wusstest du den Unterschied zwischen Selbstmitgefühl und Selbstwertgefühl? Versuchst du generell zu verstehen wieso du reagierst wie du reagierst? Ich bin gespannt, was du zu sagen hast.
Deine Eileen 

Dieser Beitrag ist in freundlicher Zusammenarbeit mit dem Bloggerportal entstanden (Rezensionsexemplar), diese Buchrezension spiegelt meine eigene Meinung wider.

Sharing is caring: Wenn dir mein Blogpost gefällt, dann teile diesen Beitrag gern mit deinen Freunden & merke ihn dir auf Pinterest. Darüber würde mich sehr freuen! ❤

 

7 Replies to “Selbstmitgefühl | Kristin Neff”

  1. Hallo Eileen, zugegeben, über diesen Unterschied habe ich noch nie nachgedacht … ich denke es geht da auch nicht so sehr ums unterscheiden? Ich bin es mir selber wert, mit mir mitzufühlen und umgekehrt ich habe Selbstmitgefühl, weil ich mir meines Selbstwertes bewusst bin? Das Buch von Kristin Neff finde ich sehr interessant, vielleicht lese ich es selber mal, Danke dass du es vorstellst 🙂 liebe Grüße Bettina

  2. Das klingt sehr interessant. Selbstmitgefühl kannte ich noch nicht, es klingt aber sehr spannend. Schade, das sich das Buch so trocken liest. Vielen Dank für die Vorstellung

  3. Selbstmitgefühl eine Königsdisziplin neben der Selbstliebe. Es ist viel leichter einen anderen mitfühlend zu behandeln wie sich selber. Das resultiert aus unserer Erziehung in der Selbstliebe und Selbstmitgefühl mit Egoismus gleich gesetzt werden. Übung macht den Meister.
    Alles Liebe
    Annette

  4. Ich habe das Wort heute auch zum ersten Mal gelesen. Von Höhen und Tiefen könnte ich auch so manches Buch schreiben, aber das überlasse ich dann doch lieber anderen. Ich denke, dass das Buch für einige Menschen bestimmt sehr hilfreich ist, vor allem, wenn der bewusste Blick auf sein eigenes Wohlbefinden wirklich vor den bösen Depressionen schützen kann.

    Liebe Grüße
    Jana

    1. Ehrlich gesagt kannte ich das Wort Selbstmitgefühl bisher noch nicht und habe es nun erstmal für ein Synonym zu Selbstmitleid gehalten… Danke für die kurze Einführung und Buchrezension (auch wenn dich das Buch nicht überzeugen konnte.

      Liebe Grüße
      Britta von http://www.fraufreigeist.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.